
Die unsichtbare Welt der Biofilme
Trinkwasserleitungen sind nie steril. Warum Biofilme normal sind und wann sie problematisch werden.
Was wir nicht sehen, kann uns trotzdem beeinflussen
Wenn wir einen Wasserhahn öffnen, erwarten wir klares, sauberes und hygienisch einwandfreies Trinkwasser. Was jedoch die wenigsten wissen: In vielen wasserführenden Systemen können sich an den Innenwänden mit der Zeit biologische Schichten bilden. Diese Schichten nennt man Biofilme.
Allein das Vorhandensein eines Biofilms ist kein Beweis für schlechte Hygiene oder eine mangelhafte Installation. Problematisch wird es erst, wenn Betriebsbedingungen entstehen, die unerwünschte Mikroorganismen begünstigen.
Wichtig für die Einordnung
Biofilm bedeutet nicht automatisch, dass Trinkwasser unsicher ist. Trinkwasser muss nicht steril sein, sondern gesundheitlich unbedenklich und regelkonform. Entscheidend ist, dass eine Trinkwasserinstallation fachgerecht geplant, betrieben, gewartet und regelmäßig genutzt wird.
Was ist ein Biofilm?
Ein Biofilm ist eine Ansammlung von Mikroorganismen, die sich auf Oberflächen ansiedeln und dort eine schützende Matrix aus biologischen Stoffen bilden. Diese Matrix besteht aus verschiedenen organischen Verbindungen. Sie funktioniert wie ein Schutzschild, das die Mikroorganismen gegenüber äußeren Einflüssen abschirmt.
Solche Biofilme können sich auf nahezu allen Materialien bilden, die in wasserführenden Systemen vorkommen. Dazu gehören Edelstahl, Kupfer, Kunststoffleitungen, Dichtungen, Armaturen, Wärmetauscher, Behälter und Speicher.
Schon kurz nach dem Kontakt einer Oberfläche mit Wasser können sich erste organische Stoffe anlagern. Es entsteht eine sogenannte Konditionierungsschicht. Sie bildet die Grundlage dafür, dass sich später Mikroorganismen ansiedeln können.
Infobox: Was ist ein Biofilm?Kurz erklärt: Interessante Fakten: Bereits nach wenigen Stunden kann sich eine erste Konditionierungsschicht bilden. Biofilme entstehen auf nahezu allen Werkstoffen, auch auf Edelstahl. Ein Großteil der Mikroorganismen in Wassersystemen befindet sich nicht frei im Wasser, sondern in Biofilmen. Die Zusammensetzung eines Biofilms verändert sich kontinuierlich und hängt stark von Temperatur, Fließgeschwindigkeit und Nährstoffangebot ab. |
Warum entstehen Biofilme überhaupt?
Trinkwasser ist in der Praxis nicht steril. Auch hochwertiges Trinkwasser enthält geringe Mengen natürlicher Mikroorganismen sowie gelöste organische Stoffe. Treffen diese auf geeignete Bedingungen, können sich Biofilme entwickeln.
Begünstigt wird ihre Entstehung vor allem dort, wo Wasser nur langsam fließt oder längere Zeit steht. Auch ungünstige Temperaturen, raue Oberflächen, Totleitungen und selten genutzte Entnahmestellen können dazu beitragen, dass Mikroorganismen bessere Wachstumsbedingungen finden.
Gerade in komplexen Gebäuden mit umfangreichen Warmwasser- und Zirkulationssystemen können dadurch Bereiche entstehen, in denen Biofilme besonders gute Lebensbedingungen vorfinden.
Warum sind Biofilme problematisch?
Die meisten Mikroorganismen innerhalb eines Biofilms sind für den Menschen zunächst ungefährlich. Kritisch wird es jedoch, wenn sich unerwünschte oder potenziell pathogene Keime innerhalb dieser geschützten Umgebung ansiedeln.
Dazu zählen unter anderem Legionellen, Pseudomonaden und andere wasserassoziierte Mikroorganismen. Sie können im Biofilm Rückzugsräume finden, in denen sie besser geschützt sind als frei im Wasser schwimmende Keime.
Die besondere Herausforderung besteht darin, dass die schützende Matrix des Biofilms viele Einwirkungen von außen abschwächen oder verzögern kann. Mikroorganismen können dadurch in bestimmten Fällen widerstandsfähiger gegenüber Desinfektionsmaßnahmen sein als Keime, die sich frei im Wasser befinden.
Warum man Biofilme nicht einfach wegspülen kann
Ein häufiger Irrtum besteht in der Annahme, dass eine kurzfristige Temperaturerhöhung oder eine einmalige Desinfektion Biofilme dauerhaft beseitigen könne.
Tatsächlich sind Biofilme komplexe und dynamische Lebensgemeinschaften. Selbst wenn ein Teil der Mikroorganismen reduziert wird, kann sich die biologische Struktur unter geeigneten Bedingungen erneut entwickeln.
Deshalb konzentrieren sich moderne Hygienekonzepte nicht nur auf die Bekämpfung einzelner Keime. Immer stärker rückt die gesamte mikrobiologische Umgebung innerhalb des Systems in den Blick. Entscheidend ist nicht allein, ob ein bestimmter Keim nachgewiesen wird, sondern ob die Bedingungen im System seine Vermehrung begünstigen.
Biofilme sind kein Fehler, sondern eine technische Herausforderung
Die Erkenntnis, dass Biofilme in wasserführenden Installationen weit verbreitet sind, hat in den letzten Jahren zu einem Umdenken geführt.
Das Ziel moderner Wasserhygiene ist nicht die unrealistische Vorstellung eines vollständig sterilen Leitungssystems. Viel wichtiger ist es, kritische mikrobiologische Entwicklungen frühzeitig zu verhindern, Betriebsbedingungen zu optimieren, Stagnation zu vermeiden und die mikrobiologische Stabilität des Gesamtsystems langfristig zu verbessern.
Damit verändert sich auch der Blick auf Trinkwasserinstallationen. Sie sind nicht nur technische Systeme aus Rohren, Armaturen und Speichern. Sie sind zugleich Lebensräume, in denen physikalische, chemische und biologische Prozesse miteinander wirken.
Fazit
Biofilme gehören zu den am wenigsten sichtbaren und gleichzeitig wichtigsten Faktoren der Trinkwasserhygiene. Sie sind weder ungewöhnlich noch grundsätzlich gefährlich. Sie stellen jedoch eine Herausforderung dar, die ein gutes Verständnis der biologischen und physikalischen Prozesse innerhalb von Wassersystemen erfordert.
Wer Wasserhygiene nachhaltig verbessern möchte, muss deshalb nicht nur einzelne Keime betrachten. Entscheidend ist das gesamte ökologische System innerhalb einer Trinkwasserinstallation.
Denn manchmal entscheidet das Unsichtbare über die Sicherheit des Sichtbaren.
VISION AQUA® Umkehrosmoseanlagen und Wasserfilter

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen
Lieferumfang: 1 x VA-Basic PLUS 1 x VA-Standard - 500 GPD Membran - Filmtec Material 1 x VA-Standard - Sediment-Filter, PP Kartusche (Vorfilter) 1 x VA-Standard - Aktivkohle-Granulat-Filter, GAC Kartusche (Nachfilter) 1 x Boosterpumpe 800 GPD - DirektDrive Brushles 24V - 2 x 3/8" Rohr AD1 x Druckschalter - 1-10 bar - 1/4" Außengewinde - Wechsler - NO/NC (inkl. Klemmschelle zur Montage) 1 x Einbauset 1 x 1-Weg Wasserhahn, Entnahmehahn mit Gerader Verbinder - 1/4“ Rohr AD (Set)Hinweise! Das System wird trocken ausgeliefert und ist nicht gespült! Das System muss zuerst 10-15 Liter Reinstwasser produziert haben, bevor es zur Trinkwassergewinnung verwendet werden kann.

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Lieferumfang: 1 x VA-Basic 1 x VA-Standard - 100 GPD Membran - Filmtec Material 1 x VA-Standard - Sediment-Filter, PP Kartusche 1 x VA-Standard - Aktivkohle-Granulat-Filter, GAC Kartusche 1 x Kunststoff-Rohr für Zulauf - 1/4“, 6.35x4.3mm - Farbe: gelb - John Guest, Länge: 2 m 1 x Kunststoff-Rohr für Abwasser - 1/4“, 6.35x4.3mm - Farbe: rot - John Guest, Länge: 2 m 1 x Hahnanschluss Adapter mit Perlator und Rücklauf für Abwasser - M22 IG auf 1/4" Rohr 1 x M24 AG zu M22 AG Langversion - Wasserfilter Wasserhahn Adapter 1 x M24 AG zu M22 AG - Wasserfilter Wasserhahn Adapter 1 x 1/4" Zapfstelle mit Edelstahl Klappauslauf 3 x Filterkappe - passend für VA-Standard Filterkartusche Hinweise! Das System wird trocken ausgeliefert und ist nicht gespült! Das System muss zuerst 10-15 Liter Reinstwasser produziert haben, bevor es zur Trinkwassergewinnung verwendet werden kann.
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